Wir möchten hiermit darauf hinweisen, dass wir einer Chemnitzer Schülerzeitung namens „Blaue Narzisse“ auf Anfrage ein Interview gegeben haben. Es handelt sich um eine faschistische, deutschnationale Einrichtung. Der Interviewer Benjamin Jahn Zschocke ist Mitglied der Pennalen Burschenschaft Theodor Körner und würde sich wohl selbst als Künstler bezeichnen. Besucht man seine Internet Seite wird man von einem Notwist Zitat begrüßt. Klickt man sich zu Benjis Fotos vor, wird man einen jungen, gut aussehenden Mann sehen. Shout Out Louds T–Shirt. Uneindeutiges Bärtchen, peppig hinmontiert. Glatze. Benji mag Tocotronic und Leni Riefenstahl. Sie sehen schon, eine fantasievolle Kreation aus bewährten Zeichen und Codes, aufgemaschelt durch scheinbar Widersprüchliches, ja Widerständiges. Wir sind perplex. Ein schlauer Fuchs unser Benji. Wir unterstellen dem jungen Herren außerdem, dass er mit bürgerlichem Namen mindestens Günther heisst, das formschöne Benjamin sich wolfsgleich als Schafspelz übergeworfen hat. Der kleine Benji ist ein gutes Beispiel dafür, dass man sich von dem Gedanken verabschieden muss, eine Ideologie bräuchte heute auch nur einen einzigen Soldaten, einen Schlägertrupp, oder sonst was für abgemeldete Formen von althergebrachten Gewaltvorstellungen. Eine gut vernetzte, geschickte und wieselflinke Vorhut von RATTENFÄNGERN und TROJANERN übertrifft die Schlagkraft einer klobigen, moralisch und wirtschaftlich abgemeldeten Armee um ein Vielfaches. Nicht anders geht das im Grunde friedliebende Spektakel vor. Im Namen einer deutschen Idee wird da, technisch auf Höhe der Zeit, wie eh und je als hasserfüllte Angstmacher, als Einpeitscher, operiert. Die wahren Motive ihres Handelns bleiben ihnen natürlich verschleiert, ganz wie das Gesicht des Herren, dem sie immer schon so ohnmächtig gedient haben. Sie würden erschaudern vor seiner hämisch lachenden Fratze. $
Jede Idee, die nach ihrer Erfüllung als Ideologie strebt, ist abzulehnen. Die besseren Ideen der besseren Menschen sind in Auschwitz gestorben. Wir sind unregierbare Singularitäten. Wir ALLE.
Das Interview findet man hier: www.
Es wurde per Mail durchgeführt. Wir haben uns nicht informiert, haben nicht aufgepasst. Wir wurden dreist überrumpelt. Blitzkrieg. Schon bei dem blumigen Namen „Blaue Narzisse“ hätten wir zu unseren Revolvern greifen müssen.
Wir werden voneinander hören, Günther.
Mittwoch, 4. November 2009
Sonntag, 1. November 2009
NEUSIEDL
Beim Frühstück lacht niemand. Vor dem Hotel: Equipment Milizen fallen über die geschwächte Gruppe her. "Heast, wo san eichre Boxen?" Rückzug. Komatöse Busfahrt. Teile der Gruppe werden mit jedem Kilometer schöner und jünger. 15-jährig erfreut man sich bei der Ankunft über die Zeitlosigkeit. Erst im Schacht ist dann vieles doch neu. Augustin und Luise sind auch bald da. Chilli. Die Gruppe wird nostalgisch. Der Schacht öffnet die Tore: Claus, Manuel, Doris, Andreas, Sylvia, Kathrin, Michael, Barbara, Hans, Hubert, Martin, Corinna, Gerhard, Andrea, Walter, Franz, Johanna, Jörg, Angelika, Stefan, Sören, Nina, Rainer, Lisa. Ring them bells. Man träumt auf der Rückbank einen unruhigen Traum während sich die Standheizung durch die Batterie frisst.
MÜNCHEN
Gesichter, Fratzen, Gesichter, Namen, Bekannte, Unbekannte, reden, schauen, angeschaut werden, Small Talk, abchecken, auschecken, Bussi, ignorieren, the Holy-As-Hell-Satanic-Panic-Choir, trinken, trinken, rauchen, Business, Karate & Weyer, Realtime, Realtime, alles Realtime, Mathematik?, Schicksal!, Pogo, Schraubenzieher, Rote-Rüben Guerilla, nach 47 Jahren: französische Toilette, allgemeine Rod Stewart-Werdung, Leichen am Sofa, Fernet an der Bar, München lässt wenig Geld da, Taxi, im Aufzug lallen, im Zimmer herzlich lachen.
ST. GALLEN
Love vs. Hate. 0:1.
Das Palace trotzt den widrigen Umständen und bleibt Herzensangelegenheit.
Das Palace trotzt den widrigen Umständen und bleibt Herzensangelegenheit.
Abonnieren
Posts (Atom)